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Sexuelle Gewalt

Sexuelle Gewalt kommt täglich vor und kann jede/n treffen. Sie meint nicht nur Missbrauch und Vergewaltigung. Sie beginnt viel früher. Häufig bemerken wir sie gar nicht. Es kann sein, dass wir uns daran gewöhnt haben oder uns selbst nicht wichtig genug nehmen. Sexuelle Gewalt wirft viele Fragen auf:

Was genau ist eigentlich sexuelle Gewalt?

Viele Jungen und Mädchen werden in ihrem Alltag mit sexuellen Grenzverletzungen und sexueller Gewalt konfrontiert. Die Taten reichen von sexistischen Sprüchen z.B. „blöde Fotze“, „dumme Schwuchtel“ bis hin zu strafrechtlich relevanten Formen von sexueller Gewalt, z.B. jemanden zwingen, ihm einen runterzuholen. Bei sexueller Gewalt geht es den Tätern um Macht und Demütigung und der Sex ist hier Mittel zum Zweck. Häufig haben die Täter mehrere Opfer. Wo findet sexuelle Gewalt statt? Sexuelle Übergriffe können überall dort stattfinden, wo ihr euch aufhaltet, z.B. zu Hause oder ihm Heim, auf dem Weg zur Schule, auf dem Schulhof, bei Freunden, in der Diskothek, im Internet oder beim Sport.

Passiert das nur Mädchen... oder auch Jungen?

Viele Mädchen und Jungen sind von sexueller Anmache und sexueller Gewalt betroffen. Die wenigsten Jungen reden darüber. Oft fällt es ihnen schwer, darüber zu sprechen oder sich Unterstützung zu holen.

Wer sind die Täter/innen?

Sexuelle Gewalt wird durch Gleichaltrige, Ältere oder Erwachsene ausgeübt und findet in Partnerschaften, Familien, Institutionen und im nahen Umfeld statt. Trainer, Nachbarn, Lehrer, Stiefväter, Väter, Mitschüler, Brüder, Cousins, Onkel, Tanten etc. können die Täter und Täterinnen sein.

Warum fällt es so schwer, sich Hilfe zu holen?

Sexuelle Gewalt kann bei Betroffenen starke Schuld- und Schamgefühle auslösen, aber auch Wut, Angst oder Ohnmacht erzeugen. Die Verantwortung für die Tat liegt immer allein beim Täter! Niemand darf mit Kindern und Jugendlichen Dinge tun, die ihnen Angst machen, die sie eklig finden oder die sie einfach nicht mögen. Manchmal dauert es Jahre, bis ein sexueller Missbrauch aufgedeckt wird. Oft ist es schwer, darüber zu sprechen, aber es kann helfen, die Erfahrungen einzuordnen und zu verarbeiten. Je eher die betroffenen Mädchen und Jungen darüber sprechen, desto besser!

Wenn ich unsicher bin - woher weiß ich dann, ob etwas wirklich nicht in Ordnung war?

Manchmal nehmen Betroffene sexueller Gewalt vor oder während der Tat eine veränderte Atmosphäre wahr, vielleicht einen unangenehmen Blick. Trau deinem Gefühl, wenn dich etwas ängstigt, dir eklig oder bedrohlich vorkommt. Nur du allein bestimmt, was für dich ok ist! Wenn du merkst, dass dir ein Ereignis immer wieder in den Sinn kommt, du keinen Spaß mehr hast oder müde und lustlos bist, dann hol dir Unterstützung bei anderen Menschen. Sprich mit Freunden, Eltern, Vertrauenslehrerinnen und -lehrern oder geh zu einer Fachberatungsstelle. Sprechen kann dir helfen, die Situation für dich zu erleichtern und zu verarbeiten!

Gibt es auch sexuelle Gewalt in Beziehungen?

Liebesbeziehungen können rundum glücklich machen, sind aber auch ein Ort, wo Konflikte entstehen und Verletzungen stattfinden können. Manchmal muss in Beziehungen zwischen eigenen Wünschen und denen des Partners bzw. der Partnerin abgewogen werden. Verliebt sein kann einerseits bedeuten, Kompromisse liebend gerne einzugehen, andrerseits leider auch, Grenzverletzungen aus Zuneigung und Verlustangst hinzunehmen. Achte in Beziehungen genau auf deine eigene Grenze und mach sie anderen deutlich. Deine Grenze muss nicht mit der deines Gegenübers übereinstimmen und trotzdem ist sie richtig. Nur was sich für dich in einer Partnerschaft gut anfühlt, macht dich auch langfristig zufrieden. Das herauszubekommen, ist manchmal nicht einfach. Gerade wenn eine geliebte Person, der du vertraust und die du brauchst, deine Grenze missachtet, kann dich das nachhaltig verletzen. Sexuelle Gewalt sollte nichts in Liebesbeziehungen zu suchen haben und ist immer eine Straftat!

Bin ich schuld?

Nein. Du bist nicht schuld. Schuldig ist immer die Person, die Gewalt ausübt. Viele denken, Mädchen haben selber Schuld, wenn sie z.B. kurze Röcke tragen oder einen Mann anmachen. Damit wird versucht, das Opfer mitschuldig zu machen. Schuld haben immer die Täter und Täterinnen!