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Fakten & Hintergründe

Definition Sexueller Missbrauch

Sexueller Missbrauch ist jede sexuelle Handlung, die durch Erwachsene oder Jugendliche an, mit oder vor einem Mädchen oder Jungen vorgenommen wird, weil Kinder aufgrund ihrer körperlichen, psychischen, geistigen oder sprachlichen Unterlegenheit diesen Handlungen nicht wissentlich zustimmen können.  

Täter und Täterinnen

Sexualisierte Gewalt findet häufig im familiären Umfeld oder in der Familie selbst statt, aber auch im sozialen Nahbereich wie der Nachbarschaft, dem Freundeskreis, in Institutionen wie Schulen, Kitas oder Sportvereinen sowie in digitalen Medien wie dem Internet. Überall dort suchen Täter oder Täterinnen den Kontakt zu Mädchen und Jungen. Sie nutzen ihre Macht aus, um eigene Bedürfnisse auf Kosten von Kindern zu befriedigen. Die Mehrzahl der Taten begehen Männer, aber es gibt auch Täterinnen. Täter und Täterinnen stammen aus allen sozialen Schichten. Äußere Merkmale gibt es nicht. Etwa ein Drittel der here Taten wird von Jugendlichen unter 21 Jahren begangen, und es gibt auch sexuell übergriffige Kinder.

Betroffene

Missbrauch kann Mädchen und Jungen treffen. Die meisten fühlen sich mitschuldig. Aber sie sind es nicht. Mädchen und Jungen, egal wie alt sie sind und wie sie sich verhalten haben, sind niemals schuld. Die Schuld tragen allein die Täter oder Täterinnen. Viele Betroffene haben große Angst sich anzuvertrauen und befürchten, dass ihnen niemand glauben wird. Oft werden sie von den Tätern und Täterinnen auch zur Geheimhaltung verpflichtet und mit schlimmen Konsequenzen bedroht, wenn sie sich nicht daran halten. Das macht den betroffenen Kindern Angst und vergrößert ihre Schulgefühle.  

Auswirkungen

Die Auswirkungen von sexuellem Missbrauch sind sehr unterschiedlich und u.a. abhängig von der Intensität und Dauer des Missbrauchs, vom Grad der Abhängigkeit zum Missbrauchenden oder von den sozialen Beziehungen der Mädchen und Jungen. Manche Betroffene sind durch die Taten und die Folgen ihr ganzes Leben lang schwer belastet. Für andere sind die Auswirkungen weniger schwerwiegend. Selten weisen Verletzungen direkt auf sexuellen Missbrauch hin und es gibt auch keine eindeutigen psychischen Anzeichen. Die Kinder und Jugendlichen können aber Symptome entwickeln, die als Signale ernst genommen werden müssen. So kann es beispielsweise zu Verhaltensänderungen kommen – etwa zu Ängstlichkeit, Aggressivität, Leistungsabfall, Rückzugstendenzen, Konzentrationsschwäche oder sexualisiertem Verhalten. Auch psychosomatische Beschwerden wie Kopf- oder Bauchschmerzen, Schlafstörungen oder Hauterkrankungen können Anzeichen sein. Manche Mädchen und Jungen fügen sich selbst Verletzungen zu, magern ab oder nehmen stark zu, andere konsumieren übermäßig Alkohol oder Tabletten, bleiben der Schule fern oder reißen von zu Hause aus. Allerdings ist keines dieser Symptome spezifisch für sexuellen Missbrauch! Das bedeutet, dass jede dieser Auffälligkeiten auch andere Ursachen haben kann.

Ein Kind hat gute Chancen, das Erlebte zu verarbeiten, wenn es früh Hilfe und Trost erhält und erlebt, dass ihm geglaubt wird. Besonders belastend ist es für Mädchen und Jungen, wenn der Missbrauch fotografiert, gefilmt und z. B. im Internet verbreitet wird. Die Opfer haben dadurch das Gefühl, dass der Missbrauch nie endet. Der Begriff „Kinderpornografie“ verharmlost diese Darstellungen von Missbrauch. Treffender ist es, von „Missbrauchsfotos oder -filmen“ zu sprechen.

Stimmen: Ausgerechnet der, das konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen. Mein Lehrer fragt mich nach einem Date. Ist doch abartig, oder? Meine Kollegin in Verdacht zu haben – wie schrecklich! Ich bin vollkommen durcheinander. Wir haben zwar so ein Präventionsprogramm bei uns im Kindergarten gehabt, aber jetzt wissen wir nicht weiter. Das sind doch beides noch Kinder. Ich bin so froh, dass mir jemand Ihre Nummer gegeben hat. Ich würde gerne einen Elternabend dazu einberufen. Das ist doch alles schon so lange her ... Meine Schwester hat neulich im Chat echt ekelige Fotos von einem Typen geschickt gekriegt. Ich hätte so gerne, dass das alles nicht wahr ist. Unser Team war völlig überfordert.